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Wann Abnehmen nicht die Lösung ist

SchlankZeit richtet sich an gesunde Frauen mit Übergewicht, die langsam und ohne Verzicht auf alles abnehmen möchten. Für viele Frauen ist Abnehmen aber nicht die Antwort, sondern Teil des Problems. Diese Seite hilft dir, das zu erkennen, und nennt Stellen, an die du dich anonym wenden kannst.

Sofort Hilfe: Diese Stellen sind für dich da

Infotelefon Essstörungen

0221 892031

Beratung der BZgA / des BIÖG. Mo. bis Do. 10 bis 22 Uhr, Fr. bis So. 10 bis 18 Uhr. Kosten wie ein Anruf ins Kölner Ortsnetz. Dort findest du auch die Datenbank mit Beratungsstellen in deiner Nähe.

TelefonSeelsorge

0800 1110111 · 0800 1110222 · 116 123

Kostenfrei, anonym, rund um die Uhr. Auch per Chat und Mail.

Weitere Anlaufstellen

Bundesfachverband Essstörungen: Beratungsstellen und Kliniken.
Nummer gegen Kummer: Kinder- und Jugendtelefon 116 111, Elterntelefon 0800 111 0550.
Bei akuter Gefahr: Notruf 112.

Wann ein Zielgewicht zu niedrig ist

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ordnet Erwachsene nach dem Body-Mass-Index (BMI) ein: Unter 18,5 gilt als Untergewicht, 18,5 bis 24,9 als Normalgewicht, ab 25 als Übergewicht und ab 30 als Adipositas. Der BMI ist grob, er kennt weder Muskelmasse noch Körperbau. Aber als Warnsignal taugt er: Ein Wunschgewicht, das dich unter einen BMI von 18,5 bringen würde, ist kein Abnehmziel, sondern ein Risiko. Auch wer im Normalgewicht liegt, hat aus gesundheitlicher Sicht keinen Grund abzunehmen.

Unsere Redaktionsregel dazu: Wir empfehlen keine Zielgewichte unterhalb des Normalgewichts, keine Crash-Diäten und keine Methoden, die auf Hungern, Auslassen von Mahlzeiten oder Abführmitteln beruhen. Wo ein Artikel Abnehmen anspricht, meint er immer ein langsames Vorgehen bei bestehendem Übergewicht, idealerweise mit ärztlicher Begleitung.

Warnzeichen: Wann du aufhören und dir Hilfe holen solltest

Essstörungen sind ernsthafte Erkrankungen, keine Willensschwäche. Die häufigsten Formen und ihre typischen Anzeichen:

  • Magersucht (Anorexia nervosa): starkes Untergewicht oder rascher Gewichtsverlust, große Angst vor Zunahme, der Körper wird trotz Untergewicht als „zu dick“ empfunden, die Periode bleibt aus, Frieren, Haarausfall, Schwindel.
  • Bulimie (Bulimia nervosa): wiederkehrende Essanfälle, danach Erbrechen, Abführmittel, Fasten oder exzessiver Sport, um das Gewicht zu halten. Das Gewicht kann dabei völlig normal sein, deshalb bleibt Bulimie oft lange unbemerkt.
  • Binge-Eating-Störung: regelmäßige Essanfälle mit Kontrollverlust, ohne Gegenmaßnahmen. Oft begleitet von Scham, heimlichem Essen und Übergewicht. Sie bleibt häufig lange unerkannt und unbehandelt.

Unabhängig von einer Diagnose solltest du innehalten und mit einer Fachperson sprechen, wenn dir das bekannt vorkommt:

  • Gedanken an Essen, Kalorien, Gewicht oder Figur begleiten dich fast den ganzen Tag.
  • Du wiegst dich mehrmals täglich, und die Zahl bestimmt deine Stimmung.
  • Du isst heimlich, teilst Lebensmittel in „erlaubt“ und „verboten“ ein oder meidest Essen in Gesellschaft.
  • Du treibst Sport, um Essen „abzuarbeiten“, oder fühlst dich schuldig, wenn du ein Training auslässt.
  • Deine Periode ist unregelmäßig geworden oder ausgeblieben, dir ist häufig schwindelig oder kalt.
  • Du hast dein ursprüngliches Ziel längst erreicht und willst „trotzdem noch ein bisschen“ weiter.

Was du jetzt tun kannst

  1. Sprich mit jemandem. Ein Anruf beim Infotelefon oder bei der TelefonSeelsorge ist anonym und verpflichtet zu nichts.
  2. Geh zur Hausärztin oder zum Hausarzt. Blutwerte, Gewicht und Kreislauf lassen sich dort prüfen, und du bekommst eine Überweisung zu einer Fachstelle.
  3. Leg diese Seite beiseite. Wenn Abnehm-Inhalte dich unter Druck setzen, ist das ein Grund, sie nicht zu lesen. Das gilt auch für unsere.

Quellen

  1. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / BIÖG: Informationsportal Essstörungen (Infotelefon, Beratungsstellen-Datenbank).
  2. TelefonSeelsorge Deutschland: telefonseelsorge.de (Rufnummern, Chat, Mail).
  3. Robert Koch-Institut, Journal of Health Monitoring 2022: Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen in Deutschland, GEDA 2019/2020-EHIS (PDF) (BMI-Kategorien nach WHO: Untergewicht unter 18,5, Normalgewicht 18,5 bis unter 25, Übergewicht ab 25, Adipositas ab 30).
  4. World Health Organization: Obesity and overweight, Fact sheet (Übergewicht ab BMI 25, Adipositas ab BMI 30).
  5. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Binge-Eating-Störung (Beschreibung, Häufigkeit, Behandlung).
  6. Nummer gegen Kummer e. V.: nummergegenkummer.de (Kinder- und Jugendtelefon, Elterntelefon).